Natürlich braucht ihr für unsere Unternehmungen Ausrüstung. Und mit guter Ausrüstung macht Pfadfinden mehr Spaß. Aber am Anfang genügen wenige einfache und überwiegend recht preiswerte Ausrüstungsstücke, später könnt ihr euch ja nach und nach gute, stabile, leichte Ausrüstungsstücke kaufen oder schenken lassen. Bevor ihr viel Geld in Ausrüstungsstücke investiert, berate ich euch gerne.

 

Wo kaufe ich meine Ausrüstung?

Gute und preiswerte Ausrüstung gibt es zum Beispiel beim Ausrüster des VCP, der Freizeit- und Fahrtenbedarf GmbH (www.fahrtenbedarf.de), bei Sammelbestellungen gibt es 8% Rabatt, bei Einzelbestellungen unter Angabe der VCP-Mitgliedsnummer 5%.

Bei der Adventure Company in Heilbronn (www.adco-hn.de) bekommt ihr gute Beratung, Marco oder Chris wissen auch über die besonderen Ansprüche auf dem Pfadfinderlager Bescheid, es gibt 7% VCP-Rabatt.

Martin Mack von „Fred Mack – Dein Ausrüster“ in Untergruppenbach (www.fred-mack.de) ist als Altpfadfinder und outdoorerfahrener Familienvater ebenfalls ein kompetenter Berater, der weiß, was Pfadfinder brauchen.

Und natürlich gibt es auch in den üblichen Sportgeschäften vieles von dem, was wir brauchen, über die Beratungsqualität dort kann ich allerdings nichts sagen.

 

trachtPfadfinderhemd

Unser Pfadfinderhemd tragen wir in den Meutenstunden und bei allen unseren Unternehmungen. Es ist ein unempfindliches, stabiles graues Baumwollhemd mit praktischen Brusttaschen und mehreren Abzeichen, die unsere pfadfinderische Zugehörigkeit zeigen. Wir beschaffen die Hemden üblicherweise per Sammelbestellung, ich habe auch oft einige Größen vorrätig. Die Hemden sind wirklich sehr robust, daher vermitteln wir die gebrauchten Hemden gerne weiter. Sprecht mich einfach darauf an.

 

Taschenmesser

In der Wölflingsmeute wollen wir aus praktischen Gründen keine feststehenden Messer verwenden. Mein Lieblingsmesser für unsere Zwecke ist ein Schweizer Taschenmesser. Es sollte eine große und eine kleine Klinge, Schere, Säge und Ahle haben, damit wir es auch zum Basteln verwenden können. Gut geeignet ist zum Beispiel das Modell "Huntsman" von Victorinox. Praktisch ist eine Messerkette oder ein Band, damit ihr es nicht verliert, sowie eine Namensgravur. Das Messer sollte gut in der Tasche getragen und vor allem beim Schnitzen gut in der Kinderfaust gehalten werden können, verzichtet also auf die übermäßig dicken Messer. Die etwas größere Serie der Schweizer Messer ist auch sehr gut, durch die längere Messerklinge auch besser für Küchenzwecke wie Brotschneiden geeignet, aber wegen der Größe und des Gewichts eher etwas für Ältere.

Sobald ihr in der Meutenstunde den Umgang mit dem Messer eingeübt und den „Taschenmesserführerschein“ erworben habt, solltet ihr das Messer immer in die Meutenstunden und zu Unternehmungen mitbringen. Das Messer sollte möglichst scharf sein, sogenannte Kindermesser mit abgerundeter Klingenspitze sind unnötig.

 

Trinkflasche

Ideal sind für unsere Zwecke leichte und stabile Flaschen mit einem Fassungsvermögen von 0,5 bis 0,7 l. Sie sollten zuverlässig dicht sein. Problemlos kann z.B. eine PET-Mehrwegflasche verwendet werden, billiger, leichter und dichter geht es nicht. Trinksysteme mit Schlauch und ähnlicher Schnickschnack ist unnötig, wenn ihr eine Flasche kaufen wollt, achtet darauf, dass sie sicher schließt und eine ausrechend große Öffnung für Reinigungszwecke hat. Wenn die Flasche sich dann auch noch in den Trinkbecher stecken läßt, ist das Ganze schön platzsparend.

 

Teller, Becher und Besteck

Es genügt ein einfacher tiefer Teller oder Napf und ein entsprechender Becher aus unzerbrechlichem Material, z.B. ein altes Kindergedeck aus Plastik oder Melamin. Dazu kommt ein Besteck aus festem Kunststoff oder Metall, das nicht zu schwer sein sollte. Wer etwas kaufen, aber nicht viel investieren möchte, nimmt die "Berghaferl" aus dem Outdoorladen (das kleine Haferl als Becher, das größere als Essnapf), die sind sehr billig, sehr leicht und sehr stabil. Später kauft ihr vielleicht irgendwann einen Metallnapf oder -teller aus Edelstahl oder Titan, den ihr unterwegs auch zum Anbraten oder Kochen verwenden könnt, und fertigt euch einen kultigen Becher aus einer halben Kokosnussschale.

Kauft auf keinen Fall das vierteilige sogenannte Bundeswehrbesteck zum Zusammenstecken, es ist ultraschwer und unpraktisch. Wichtig: Alle eure Besteck- und Geschirrteile sollten unverwechselbar und möglichst von weitem erkennbar markiert und mit einer Öse oder einer Bohrung versehen sein, damit wir auf dem Zeltlager alles an unseren Tassenbaum hängen können. 

 

Isomatte

Es ist nicht notwendig, viel Geld in eine Isomatte zu investieren. Die meisten Familien haben zu Hause eine einfache Schaumstoffmatte, diese genügt am Anfang völlig. Von aufblasbaren Matten raten wir für unsere Wölflinge ab, wer sie verwendet, sollte sie alleine flicken und alleine einpacken können, beides solltet ihr ausprobieren und üben. Diese Matten sind sehr empfindlich, ein kleiner Schnitt, ein spitzer Stein oder ein Funken genügen, und sie sind platt. Sie lassen sich mit Kinderhänden meistens nicht gut einpacken, oft sind sie zu dick, um sie im Zelt oder im Schlafboden einer Hütte überlappend legen zu können. Also: Bitte Finger weg von aufblasbaren Isomatten!

Wenn ihr euch eine gute Isomatte gönnen wollt, würde ich folgendes empfehlen: Kauft eine Isomatte aus EVA (Evazote) in einer Dicke zwischen 0,5 (das reicht den Kindern völlig!) und maxomsk 1 cm, diese dürfte um die 20 Euro kosten. Sie ist einigermaßen weich, relativ unempfindlich, und vor allem geschlossenzellig, das heißt, sie saugt nicht wie einfachere Schaumstoffmatten das Wasser wie ein Schwamm auf.

Tipp: Gegenüber Hitze ist die EVA-Matte etwas empfindlich, wenn sie z.B. zusammengeschnürt im sonnenheißen Auto liegt, bleiben die Schnürfurchen dauerhaft in der Matte.

 

Schlafsack

Auf unseren Sommerzeltlagern wird es, da wir üblicherweise Anfang September unterwegs sind, in den Nächten manchmal kühl, der Schlafsack sollte euch also bei Temperaturen im einstelligen Plusbereich ausreichend warm halten. Wenn eure Eltern einen älteren (oder auch neueren) Schlafsack haben, könnten ihr den verwenden. Probiert ihn doch einfach mal im Garten oder auf dem Balkon aus. Und schaut euch vor allem das Verschlusssysstem an: Eine bis auf eine kleine Seh- und Atemöffnung schließbare Mumienkapuze sollte euer Schlafsack auf jeden Fall haben. Ein Wärmekragen, den ihr über den Schultern schließen könnt, wäre auch gut. Probiert es mehrmals auf, wie ihr beides im Schlafsack liegend öffnen und schließen könnt. Oft friert man nicht, weil der Schlafsack nichts taugt, sondern weil er nicht richtig verwendet und verschlossen wird.

Ob der Schlafsack mit der feuchtigkeitsresistenteren, besser waschbaren und meistens billigeren Kunstfaser oder der leichteren, besser packbaren und wärmeren Daune gefüllt ist, ist am Anfang sicherlich zweitrangig.

Später, wenn ihr in der Pfadfinderstufe auf längeren Zeltlagern seid, auch mal im Herbst im Freien übernachtet oder im Spätherbst oder Winter zeltet, ist sicherlich ein guter Daunenschlafsack angesagt, aber das hat ja noch Zeit...

Tipp: Wenn in der Familie ein ehemals guter, alter Daunenschlafsack vorhanden ist, kann dieser zur „Verjüngung“ (professionelle Wäsche, Aufbereitung und Ergänzung der Daunen) im Outdoorgeschäft abgegeben werden. Das ist mit ca. 60 bis 90 Euro zwar nicht billig, aber ein neuer Daunenschlafsack ist deutlich teurer.

 

Lampen

Auch für eine Lampe muß nicht viel Geld investiert werden. Fast jedes Kind hat ja eine Taschenlampe zu Hause, die für den Anfang ausreichen sollte. Wenn es aber eine neue Lampe sein darf, z.B. als schönes Geburtstagsgeschenk, worauf sollte man beim Kauf achten? Ich würde unbedingt eine Stirnlampe empfehlen, um immer beide Hände, z.B. zum Kruschteln im Rucksack frei zu haben. LED-Lampen sind deutlich sparsamer, Glühlampen sie sind sowieso kaum mehr zu bekommen. Die Lampe sollte sehr klein und handlich sein und mit Standardbatterien (AAA oder AA) bzw. Akkus betrieben werden. Sie muss nicht besonders hell sein, im Gegenteil, viele der "Lichtschwerter" (die mich durchaus auch begeistern können) sind selbst in der dunkelsten Stufe noch viel zu hell für den Zeltlageralltag. Schön ist es, wenn separat ein Rotlicht geschaltet werden kann, dann könnt ihr im Dunkeln kurz nach etwas schauen, ohne euch die Anpassung eurer Augen an die Dunkelheit zu stören. Prinzipiell gilt: Wir wollen unterwegs mit möglichst wenig elektrischem Lampenlicht auskommen, ein Abend im Schein des Lagerfeuers und unserer Kerzen und Petroleumlampen ist einfach viel gemütlicher.

 

Kopfkissen

Ein Kopfkissen braucht ihr nicht. Nach meiner Beobachtung liegen die meisten Kinder im Wölflingsalter auf Zeltlagern mit dem Kopf neben dem Kissen. Wer möchte, kann seinen Pulli o.ä. falten oder in einen Packsack stopfen und als Kopfkissen benützen, als Luxusvariante gibt es bei unserem Fahrtenbedarf auch einen fleeceüberzogenen Packsack für unter 10 Euro (das Fleece ist innen, wenn der Sack als Kopfkissen verwendet werden soll, wird er gewendet und Kleidung als Kissenfüllung hinengestopft). Und wenn es unbedingt ein "richtiges" Kissen sein muss, dann empfiehlt euch unsere Anne das "compressible pillow" von Therm-a-rest, das sicherlich deutlich bequemer ist als aufblasbare Reisekopfkissen.

 

Rucksack

Wer größere Strecken mit Gepäck wandert, braucht einen guten, auf die Rückenlänge angepassten Rucksack mit anständigem Tragesystem. Wir benötigen das in der Wölflingsmeute noch nicht, da wir meistens einen Teil unseres Gepäcks mit dem Auto transportieren und die Gehstrecken von Bahnhöfen oder Haltestellen zu unseren Hütten oder Lagerplätzen selten mehr als eine Gehstunde betragen werden.

Wer schon einen Rucksack kaufen möchte: Unbedingt beraten lassen, auf die Rückenlänge und ein gutes Tragesystem achten, keinen zu großen Rucksack wählen und den Rucksack mit Beladung probetragen, am besten nicht nur für wenige Minuten.

 

Schuhe

Stabile, möglichst wasserabweisende oder -dichte feste Halbschuhe, Treckingschuhe oder Wanderstiefel sind für unsere Unternehmungen empfehlenswert. Die Schuhe sollten immer schon schon eingetragen sein, sonst könnte es recht flott garstige Blasen geben. Sandalen, mit denen ihr auch im Wasser und Schlamm waten dürft, sind ebenfalls nützlich, spezielle Outdoorsandalen haben meist den Vorteil, schneller zu trocknen, sind aber nicht unbedingt erforderlich. Gummistiefel gehören bei den Wölflingen auch oft zum Gepäck, später, wenn ihr gute, wasserdichte Wanderstiefel habt, werdet ihr keine Gummistiefel mehr tragen wollen.

 

Hosen

Alte Jeans oder ähnliche Hosen sind robust und für unsere Zwecke gut geeignet, allerdings trocknen sie sehr langsam. Schneller geht das bei Outdoorhosen, die manchmal noch den Vorteil haben, dass ihr per Reißverschluss aus der langen Hose eine kurze machen könnt. Wenn die Farbe nicht gerade knallrot oder neongelb ist, habt ihr die Chance, beim Versteckspiel unentdeckt zu bleiben, und man sieht nicht sofort allen Schmutz.